13 Grundregeln der Weitwinkel-Fotografie

13 Grundregeln der Weitwinkel-Fotografie

Weitwinkel-Objektive bieten die einzigartige Möglichkeit sehr individuelle Bildkompositionen zu erzeugen. Allerdings wird man beim Fotografieren im Weitwinkel auch vor ganz besondere Herausforderungen gestellt.  

Wir geben Tipps, wie man Fehler beim Fotografieren mit Brennweiten unter 28mm Fehler vermeidet, und mehr aus Weitwinkel-Fotos herausholt. 

#1 Vermeide Verzerrungen

Weitwinkel-Objektive schlagen sich in der Regel sehr gut, wenn du die Kamera und das Objektiv horizontal, parallel zum Boden ausrichtest. Wenn die Kamera aber leicht nach oben oder nach unten geneigt wird, kommt es schnell zu Verzerrungen. 

Das Resultat sind häufig „verbogene“ Horizonte am Bildrand.  

Das Ganze lässt sich sehr leicht vermeiden, indem du die Kamera mithilfe eines Stativs am Horizont ausrichtest. Den letzten Rest kannst du dann in Lightroom korrigieren.


#2 Nutze die Verzerrungen für deine Bildkomposition

Es gibt natürlich auch Gelegenheiten, in denen man sich gerade wegen der Verzerrungen für ein Weitwinkel entscheidet. In diesen fällen hilft es den Live-View deiner Kamera für die Bildkomposition zu nutzen. 


#3 Vordergrund, Vordergrund, Vordergrund

Unser Tipp Nummer 3 behandelt ein Thema, dass die meisten Fotografen leider sträflich vernachlässigen. Der Vordergrund eines Bildes. Ganz grundlegend sollte ein Bild nach Möglichkeit immer über einen Vordergrund, einen „Mittelgrund“ und einen Hintergrund verfügen. Das gibt dem Bild deutlich mehr Tiefe und ist vorallem in der Landschaftsfotografie wichtig. 

Besonders Weitwinkel Objektive bieten die perfekten Vorraussetzungen, um einen passenden Vordergrund in das Bild einzubauen. Eine Möglichkeit, die man nicht ungenutzt lassen sollte!


#4 Fokus auf Boden ODER Himmel

Ein weiterer Kardinalfehler der meisten Fotografen ist, den Horizont genau in die Mitte des Bildes zu legen. Diese Art von zweigeteilten Bildern, halb Boden – halb Himmel, wirkt leider sehr langweilig für den Betrachter.  

Besser ist es, wenn du dich entscheidest, was du interessanter findest, und dann den Fokus des Bildes mehr auf den Boden oder Mehr auf den Himmel legst. Den Horizont kannst du dann gemäß der Drittel-Regel genau auf ein Drittel des Bildes legen. 


#5 Führende Linien nutzen

Der große Vorteil von Weitwinkel-Objektiven ist, dass sie so viel von einer Szene zeigen können. Gleichzeitig birgt das aber auch die Gefahr, dass der Betrachter sich im Bild verliert und nicht weiß wo er hinsehen soll. 

Aus diesem Grund solltest du beim Fotografieren mit Weitwinkeln besonders darauf achten, dass du Linien im Bild hast, die das Auge des Betrachters durch das Foto führen. So genannte führende Linien. Beispiele hierfür sind Flussläufe, Wege oder auch Wolkenstrukturen. 


#6 Tiefen Blickwinkel wählen

Kurze Brennweiten erzeugen für den Betrachter ungewohnte Bilder. Diesen Effekt kannst du noch verstärken, indem du außergewöhnliche Perspektiven einnimmst. Eine Perspektive, die immer funktioniert ist, von unten zu Fotografieren. 


#7 Rahme das Motiv schon im Foto ein

Eine weitere gute Möglichkeit die Aufmerksamkeit des Betrachters auch ein bestimmtes Motiv zu lenken, ist das Einrahmen schon im Foto. 

Dafür suchst du dir einfach irgendetwas, das Teile des Blickfeldes versperrt, und damit den Fokus auf das Hauptmotiv lenkt. 

Gute Kandidaten sind Bäume, Autos und Blätter! 


#8 Keine Menschen in den Bildecken

Wie schon angesprochen neigen Weitwinkel-Objektive stark zu Verzerrungen. Besonders deutlich wird das an den Bildrändern. Wirklich irritierend wird es dann, wenn sehr vertraute Formen wie Menschen sehr verzerrt dargestellt werden. 

Aus diesem Grund solltest du unbedingt darauf achten, dass du Menschen nicht an den Rändern deines Fotos platzierst.


#9 Zur Abwechslung: Im Hochformat fotografieren

Im Hochformat fotografieren die meisten von uns höchstens, wenn sie Portraits von Menschen schießen. Ansonsten ist diese Technik eher ungeliebt. 

Hochformat-Aufnahmen mit einem Weitwinkel-Objektiv bieten sich allerdings vorallem dann an, wenn man einen besonders schönen Vordergrund im Bild einbauen will.  


#10 Vorsicht vor dem eigenen Schatten

Ein häufiger Fehler vieler Fotografen mit kurzen Brennweiten ist, dass sie aus Versehen ihren eigenen Schatten mit Fotografieren. 

Du solltest unbedingt darauf achten, dass das nicht passiert, um dir Arbeit in der Nachbearbeitung zu sparen. 


#11 Vorsicht beim Filterkauf!

Auf den meisten Weitwinkel-Objektiven können wegen der gewölbten Frontlinse keine Schraubfilter verwendet werden. Aus diesem Grund verwenden Landschaftsfotografen häufig Steckfilter-Systeme. 

Für Weitwinkel-Objektive gibt es außerdem besondere Slim-Filter.  


#12 Welche Weitwinkelobjektive braucht man?

Bei der Wahl des richtigen Weitwinkel-Objektivs kommt es zuerst einmal auf die Sensor-Größe an. Während eine 35mm Brennweite an einem Vollformat-Sensor schon in Richtung eines Weitwinkels geht, stellt das 35mm Objektiv an einem APS-C Sensor eher eine Normalbrennweite oder Normalobjektiv dar. 

Wenn es um die Offenblende des Objektivs geht, sollte man sich klar machen, dass man mit eine Weitwinkel-Objektiv sowieso nicht wirklich freistellen kann. Die Offenblende bestimmt also nur, wie flexibel man die Belichtungszeit auf einen möglichst kurzen Wert einstellen kann. Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn du die Milchstraße oder Sterne generell fotografieren möchtest. 


#13 Vignettenkorrektur in Lightroom nutzen

Einer der ausgeprägtesten Unterschiede von Weitwinkeln gegenüber Tele- und Normalobjektiven ist die starke Vignettierung vieler Weitwinkelobjektive. Vorallem wenn es sich um ein günstiges Objektiv handelt, kann die Vignettierung sehr ausgeprägt sein. 

Hierfür gibt es allerdings eine sehr einfache Lösung. In Lightroom kannst du in den Objektivkorrekturen sehr einfach die Vignette korrigieren, die dein Objektiv erzeugt. Die Einstellung kannst du dann auch als Preset speichern. 

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