3 Tage im Elbsandsteingebirge | Sächsische Schweiz fotografieren

3 Tage im Elbsandsteingebirge | Sächsische Schweiz fotografieren

Das Elbsandsteingebirge ist ein klassisches Fotografie Ziel für Landschaftsfotografen. Jeder kennt die beeindruckenden Felsnadeln der Bastei und fast jeder hat sie auch schon fotografiert. Der Rest der Sächsischen Schweiz ist dagegen in Bezug auf die Fotografie geradezu unterrepräsentiert.

Ich war im August mal wieder drei Tage im Elbsandstein unterwegs und habe nach Foto-Spots gesucht, die abseits der üblichen Touristen-Hotspots liegen. Wie du ohne Probleme mehrere Tage durch die Sächsische Schweiz wandern kannst und dabei entlegene Foto-Spots findest erfährst du im folgenden Reisebericht.


Die Anreise ins Elbsandsteingebirge kann sich schwierig gestalten, wenn man das erste Mal dort ist. Oft bleiben in diesem Fall nur lange Laufwege und überteuerte Parkplätze.
Wir sind in diesem Fall mit dem Auto angereist, haben es in Bad Schandau auf dem kostenlosen P+R Parkplatz stehen lassen und sind mit dem Regionalzug noch eine Station weiter nach Schmilka gefahren (Fahrtzeit: 6 Minuten). Das Ticket schlägt mit rund 5 Euro pro Person zu Buche.
In Schmilka kann man dann sehr einfach mit einer kleinen Fähre übersetzen. Tickets kosten 1,5 – 2€ pro Person. Die Fähre fährt regelmäßig.

In Schmilka angekommen durchquert man den kleinen Ort. Es gibt nur eine Hauptstraße. In der Verlängerung der Hauptstraße des Dorfes geht es dann auf direktem Weg ins Elbsandsteingebirge.

Der Aufstieg ist mit einigen Pausen auch für eher unsportliche Menschen gut schaffbar. Einfach den Wegweisern in Richtung „Heilige Stiege“ folgen.

Die sogenannte „Heilige Stiege“ ist dann auch schon der anspruchsvollste Teil des Aufstiegs und besteht aus fest installierten Treppen, die teilweise etwas steiler sind. Die Treppen verfügen allerdings über stabile Metall-Handläufe. Auf der Stiege bieten sich bereits die ersten Canyon-artigen Foto-Motive.

FOTO

Vom Bahnhof in Schmilka bis zum Top der „Heiligen Stiege“ sollte man rund zwei Stunden inkl. Pausen einplanen. Ohne Pausen und strammen Marschtempo ist der Weg auch in 45 Minuten zu bewältigen. Oben zittern dann aber die Oberschenkel.

Übernachten im Elbsandsteingebirge

Der Nationalpark „Sächsische Schweiz“ erlaubt als – meines Wissens nach – als einziger Nationalpark in Deutschland Freiluftübernachtungen an einigen zugelassenen Stellen.

Das sogenannte „Boofen“ unter den gleichnamigen Felsvorsprüngen ist ein Zugeständnis der Parkleitung an die lange Klettertradition des Parks. Wir als Fotografen können diese Regelung nutzen, um tiefer in das Elbsandsteingebirge vorzudringen und gute Motive für die Landschaftsfotografie zu finden.

Eine Liste der Koordinaten aller zugelassenen Boofen findest du hier.

Bitte mache dich vor einer Übernachtung in den Boofen unbedingt mit den Regeln dafür vertraut, damit diese Sonderregelung auch in Zukunft noch erhalten bleibt.

Wenn man die „Heilige Stiege“ bewältigt hat, befindet man sich in unmittelbarer Nähe der Bussard-Boofe. Dabei handelt es sich um eine besonders große Boofe mit gutem Regenschutz, die einen tollen Ausblick bietet und sich gut als Ausgangspunkt für weitere Tage des Wanderns bietet.

Morgens auf der Terrasse der Bussardboofe

Wo finde ich Wasser im Elbsandsteingebirge?

Immer wieder trifft man in der sächsischen Schweiz auf Wanderer, die der Meinung sind, dass sie ihre Wasserflaschen einfach zwischendurch an einem Bach auffüllen können. Von diesem Gedanken beherrscht wird dann oft zu wenig Wasser mit hinauf getragen.

Das Problem: Der poröse Sandstein des Untergrundes bewirkt, dass sich kaum Bauchläufe ausbilden. Das meiste Wasser versickert sofort.

Außerdem dürfen Wanderer die Wanderwege nicht verlassen um die Natur des Nationalparks zu schonen. Wer sich also vor dem geistigen Auge auf Wassersuche im Elbsandsteingebirge sieht, liegt definitiv falsch!

Deutlich bessere Chancen hat man, wenn man auf der eigenen Tour eine Stopp bei einem der vereinzelten Gasthäuser im Gebiet des Parks einplant. Hier kann man meist kostenlos die eigenen Wasserflaschen auffüllen und sich mit anderen Wanderern über gute Boofen und Ausblicke beraten.

Sonnenaufgänge in der Sächsischen Schweiz

Wenn man im Elbsandstein unter freiem Himmel übernachtet, bietet es sich besonders an, einige Fotos beim Sonnenaufgang mit einzuplanen. Die Täler des Parks füllen sich kurz vorher mit Nebel, der dann bei aufgehender Sonne langsam wieder verschwindet. Ein Anblick, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte!

Zwei Boofen mit tollem Ausblick sind:

  1. die Bussardboofe
  2. und die Kantsteinboofe.

Bei der Bussardboofe lohnt es sich morgens noch schnell einige Meter höher zu steigen. Die Kantsteinboofe dagegen liegt so, dass man den Schlafsack schon an der besten Stelle positionieren kann. Man kann also beinahe ohne den Schlafsack zu verlassen gute Fotos vom Elbsandsteingebirge im morgendlichen Nebel machen.

Milchstraße in der Sächsischen Schweiz fotografieren

Wenn man schon die Nacht in der Sächsischen Schweiz verbringt, sollte man zumindest mal darüber nachdenken, ob man es nicht einmal mit einer nächtlichen Langzeitbelichtung probieren möchte.
Bei klarem Himmel lassen sich die Felsen des Elbsandsteingebirges gelegentlich sogar vor der Milchstraße in Szene setzen. Die Milchstraße zu fotografieren erfordert zwar meistens mehrere Versuche, wenn es nicht gerade das eigene Spezialgebiet ist, belohnt dabei aber mit atemberaubenden Ergebnissen.

Aber Vorsicht! Ein falscher Schritt bei Nacht im Elbsandsteingebirge kann durchaus der Letzte gewesen sein. Also bitte immer „Safety first!“

P.S.: Stirnlampen mit Rotlicht helfen bei der Orientierung im Dunkeln und stören die Nachtsicht nicht so sehr. Meine favorisierte Stirnlampe ist das Modell „Spot“ von Black Diamond.

Wenn es dann doch zu bewölkt für Milchstraßen-Fotos sein sollte, bieten sich Langzeitbelichtungen des Nebels in den Talkesseln an. Dabei entwickelt sich ein ähnlicher Effekt wie bei Langzeitbelichtungen von Wasser.

Wichtig: Langzeitbelichtungen bedeuten einen besonders hohen Stromverbrauch für die Kamera. Du solltest also mindestens einen Ersatzakku dabei haben, wenn du Langzeitbelichtungen planst. Bei Kälte eher mehr.

Wo finden sich besonders gute Foto-Spots abseits der Bastei?

Wenn wir davon ausgehen, dass man den oben beschriebenen Weg ins Elbsandsteingebirge genommen hat, in der Bussard-Boofe übernachtet und dann von dort aus weiter zur Kansteinboofe wandert, kann man den Weg so wählen, dass einem auf dem Weg so einige gute Foto-Spots begegnen.
Meine Empfehlung wäre den Frienstein als Zwischenziel der Wanderung einzuplanen. Hier finden sich definitiv einige atemberaubende Foto-Motive.

Danach geht es weiter ins Kerngebiet und vorbei an so berühmten aber nicht übermäßig frequentierten Spots wie dem Gleitmannshorn.

Meiner Erfahrung nach ist es viel wichtiger sich an den verschiedenen Spots genug Zeit für die Bildkomposition zu lassen, als von einem Spot zum nächsten zu hasten und möglichst viele auf der Liste abzuhaken.
Wir hatten beim letzten Mal ein Gewitter im Rücken und das hat einige Fotos schlechter gemacht, als sie hätten sein können.

sächsische schwiz

(Foto-)Ausrüstung für das Elbsandsteingebirge

Grundsätzlich ist es nicht übermäßig wichtig welche Kamera du besitzt und in der Sächsischen Schweiz benutzt, solange du gut mit ihr umgehen kannst.

Bei der Wahl der Brennweite tendiere ich persönlich immer dazu irgendetwas Weitwinkeliges mit in Elbsandsteingebirge zu nehmen. Welche Grundregeln du beim Einsatz eines Weitwinkel-Objekitves beherzigen solltest, kannst du in diesem kurzen Beitrag nachlesen.
Ansonsten solltest du einfach das Objektiv mitbringen, mit dem du viel Erfahrung bei der Bildkomposition hast.

Ansonsten ist das meine persönliche Ausrüstungsliste für das Eldsandsteingebirge:

  • leichtes Stativ
  • Kamera + Objektiv
  • Ohropax (wenn die Boofe etwas voller ist, gibt es immer mindestens einen der schnarcht)
  • Polfilter
  • ND-Filter für Langzeitbelichtungen
  • Stirnlampe (siehe oben)
  • Schlafsack + Iso-Matte
  • Gaskocher + Tasse
  • Mikrofasertuch für das Objektiv
  • Kamera-Ersatzakku
  • Schlauchschal

Elbsandseingebirge im Winter fotografieren

Mein nächster Besuch in der Sächsischen Schweiz ist spätestens für diesen Winter geplant. Dann stört die Vegetation nicht so sehr und die Kontraste kommen besser zur Geltung.
Natürlich gibt es auch dann einen ausführlichen Bericht zum Thema Elbsandstein im Winter.

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