Einführung in die Landschaftsfotografie

Einführung in die Landschaftsfotografie

Du bist Fotografie-Einsteiger und interessierst dich für Landschaftsfotografie, weißt aber nicht wo du anfangen sollst? Unsere Einführung in die Landschaftsfotografie enthält alles, was du am Anfang wissen musst, um atemberaubende Landschaftsaufnahmen zustande zu bringen.

Wir klären in diesem Artikel, welche Ausrüstung und Kameraeinstellungen du nutzen solltest, wie du gute Motive findest, worauf du bei der Bildkomposition achten musst und welche Schritte in der Nachbearbeitung zu gehen sind.

#1 – Kameraeinstellungen und Ausrüstung für die Landschaftsfotografie

a) Kameraeinstellungen

Bevor du mit der Kamera ins Feld ziehst, solltest du das Zusammenspiel aus Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert verstanden haben, um Fotos korrekt belichten zu können. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du es wirklich verstanden hast, schaue am Besten noch mal in unseren Artikel zum Thema Belichtung von Fotos.

In der Landschaftsfotografie solltest du mit der Einstellung der Blende beginnen. Wähle eine Blende zwischen f/8 und f/22. Mit diesen Blendeneinstellungen erreichst du eine besonders hohe Tiefenschärfe. Außerdem sind die meisten Objektive etwa bei Blende f/8 am schärfsten.

Beim ISO Wert solltest du möglichst geringe Werte einstellen, um zu starkes ISO-Rauschen zu vermeiden. Ein ISO-Wert unter 400 ist gut.

Die Belichtungszeit passt du ganz einfach so an, das der Bleichtungsmesser deiner Kamera ein gut belichtetes Bild anzeigt. Wenn du dir nicht sicher bist, solltest du ein Testfoto schießen und einen Blick auf das Histogram werfen. Der Graph des Histograms sollte möglichst das ganze Diagram abdecken, ohne aber den rechten Rand zu erreichen. Je kleiner die Lücke auf der rechten Seite des Histograms ist, desto besser.

b) Kameramodus

Bei der Landschaftsfotografie eignen sich am besten der A- oder der M-Modus deiner Kamera. Mit dem A-Modus stellst du nur die Blende ein und die Kamera erledigt die restlichen Einstellungen so, dass das Bild korrekt belichtet ist. In den meisten Situationen ist der A-Modus vollkommen ausreichend für die ersten Landschaftsfotos.

In schwierigen Lichtsituationen solltest du in den M-Modus wechseln um die volle Kontrolle über die Belichtungseinstellungen der Kamera zu erlangen. In diesem Modus stellst du die Belichtung wie in Punkt a) beschrieben ein.

c) Ausrüstung

Kamera: Für die Landschaftsfotografie solltest du die beste Kamera benutzen, die du zur Verfügung hast. Am besten eignet sich eine DSLR oder eine DSLM. Bei diesem Kameras lassen sich die Objektive auswechseln. Das erweitert deine Möglichkeiten enorm.

Objektive: Die allermeisten Landschaftfotografen nutzen sogenannte Weitwinkelobjektive. Damit sind Objektive gemeint, deren Brennweite unter 35 mm beträgt.
Mit einem Weitwinkel-Objektiv kannst du besonders große Blickwinkel auf ein einziges Foto bringen.

Wenn du nur das Kit-Objektiv deiner Kamera zur Verfügung hast, kannst du auch damit ohne Probleme Weitwinkel-Landschaftsfotografien machen. Das Kit-Objektiv hat in der Regel eine Brennweite von 18-55mm. Zoome als einfach weit heraus, um den Blickwinkel eines Weitwinkel-Objektivs zu erreichen.

Stativ: Das Stativ ist neben Kamera und Objektiven der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines jeden Landschaftsfotografen. Ein gutes Stativ hält Jahre. Wenn du es dir leisten kannst, lohnt es sich also beim Stativkauf nicht zu sparen und direkt auf Qualität zu setzen.

Je stabiler die Kamera auf dem Stativ steht, desto schärfer werden deine Fotos.

Tipp für günstige Stative: Auch Stative der unteren Preisklasse lassen sich mit einem einfachen Trick deutlich stabiler machen. Hänge einfach deine Fototasche mittig unter den Stativkopf. Meistens ist an dieser Stelle sogar ein Haken angebracht.

So erhöhst du das Gewicht des Stativs und veringerst die Wahrscheinlichkeit von Vibrationen beim Fotografieren.

Wichtig: Wenn dein Objektiv über einen Bildstabilisator verfügt, solltest du diesen ausschalten sobald du die Kamera auf das Stativ montierst. Den Schalter für den Bildstabilisator findest du in der Regel an am Objektiv selbst. In der Regel ist er mit IS für Image Stabilization oder VR für Vibration Reduction beschriftet.

Filter: Es gibt viele verschiedene Arten von Filtern mit einer weiten Bandbreite an Effekten. Sogenannte Graufilter oder ND-Filter wirken wie eine Sonnenbrille vor der Kamera. Damit kannst du zum Beispiel auch am Tag besonders lange Belichtungszeiten erreichen.

Polarisationsfilter sorgen für sattere Farben und eine Minimierung von Reflektionen. Besonders, wenn du Wasser mit auf dem Foto hast, kannst du so eine deutliche Steigerung der Billanz deines Fotos erreichen.

Das Gute an Schraubfiltern ist, dass du sie ganz ohne Probleme kombinieren kannst. Du kannst also mehrere Graufilter übereinander schrauben und dem ganzen Paket noch einen Polarisationsfilter hinzufügen.

d) Datei-Format

Welches Dateiformat du für diene Fotos wählst, hängt vorallem davon ab, ob du die Möglichkeit hast, deine Fotos zu bearbeiten. Das beste Dateiformat für die Fotobearbeitung ist sind RAW-Formate. Dabei handelt es sich im Gegensatz zu JPEG Dateiformaten um vollkommen unkomprimierte Fotodateien. Die Datei enthällt also deutlich mehr Bildinformationen, als ein JPEG Bild. Damit hast du in der Nachbearbeitung der Fotos deutlich mehr Möglichkeiten.

Der Nachteil von Fotos im RAW-Format ist, dass sie bearbeitet werden müssen, um gut auszusehen. Unbearbeitete RAW-Fotos wirken flach und kontrastlos.

Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du bei den meisten Kameras auch einstellen, dass du das Fotos sowohl im RAW, als auch im JPEG-Format speicherst. Oft sieht schon das JPEG gut aus. Indem du beides speicherst, hast du also alle Möglichkeiten.

e) Weißabgleich

Der Weißabgleich ist ein Schreckgespenst für die meisten Fotografie-Einsteiger. Wir empfehlen deshalb einfa den Auto-Weißabgleich einzuschalten. Der passt in der Regel sehr gut. Und wenn du doch noch das Bedürfnis hast, ihn anzupassen, kannst du das ganz bequem in der Nachbearbeitung machen.

#2 – Motive finden und Landschaften fotografieren

a) Ideen für die Landschaftsfotografie

Vorallem am Anfang ist es schwierig gute Motive für die Landschaftsfotografie in der eigenen Umgebung zu finden. Gute Inspirationsquellen für Landschaftsfotos sind Fotoplattformen wie 500px oder Soziale Netzwerke wie Instagram. Suche einfach nach Orten in deiner Nähe. So findest du problemlos einige Motive in deiner Umgebung, die dir gefallen werden.

Es ist vollkommen in Ordnung einfach die gleichen Motive wie andere Fotografen zu verwenden. Wenn du lernen willst, wie du gute Landschaftsfotos machst, geht es nicht darum das Rad neu zu erfinden.

Wenn du ungefähr weist, was du fotografieren willst, aber in der Vorbereitung schon herausfinden möchtest, welche Blickwinkel sich besonders gut zu Landschaftsfotografie eigenen, eignet sich kaum ein Programm besser als Google Earth.

Einer der wichtigsten Faktoren für aufregende Landschaftsfotos ist das Wetter. Den meisten Anfängern ist nicht klar, dass es kaum schlechteres Wetter als strahlend blaue Himmel mit Sonne für die Landschaftsfotografie gibt. Am besten eignen sich dagegen zerrissene Wolken, die sich schnell bewegen. Mit Langzeitaufnahmen lassen sich so erstaunliche Ergebnisse erzielen.

Aus diesem Grund lohnt es sich bei der Planung auch eine Wetter-App mit im Blick zu halten.

b) Fokus setzen

Eine Eigenschaft, die die meisten guten Landschaftsfotografien verbindet, ist die durchgehend hohe Bildschärfe. Aber wie bewerkstelligt man so etwas?

Wenn du den erstsen Abschnitt dieses Artikels gelesen hast, wirst du schon auf die Idee gekommen sein, dass man eine möglichst weit geschlossene Blende (f/8-f/22) nutzt, um eine mölichst hohe Tiefenchärfe zu erreichen.

Aber wohin fokussiert man bei der Landschaftsfotografie?

Die Antwort heißt Hyperfokale Fokusdistanz und klingt erstmal unheimlich kompliziert. Glücklicherweise ist es viel einfacher als es klingt. Bei der hyperfokalen Fokusdistanz handelt es sich um die Fokusdistanz, mit der die maximale mögliche Schärfentiefe bei einer bestimmten Blende erreicht wird. Um herauszufinden wo die Hyperfokusdistanz bei den eigenen Einstellungen liegt, kannst du kostenlose Rechner im Internet nutzen.

Glücklicherweise gibt es auch eine einfache Daumenregel: Setze den Fokuspunkt so, dass er auf der Oberkante des unteren Bilddrittels liegt. So liegst du in der Regel sehr nah an der bestmöglichen Fokusdistanz.

#3 – Schlüsselfaktor Belichtung

Neben dem Motiv und dem Wetter ist das Licht im Tagesverlauf der dritte wichtige Faktor in der Landschaftsfotografie. Wenn du deinem Bild eine bestimmte Stimmung verleihen willst, musst du verstehen, wie sich unterschiedliches Licht auf dein Bild auswirkt.

a) Welche Tageszeit für Landschaftsfotografie

Die klassische Empfehlung der meisten Fotografen wenn es um die richtige Tageszeit für Landschaftsfotografie geht, lautet in der Regel „Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang“. Die viel beschworene goldene Stunde scheint für die meisten Fotografen die beste Zeit für die Landschaftsfotografie zu sein. Kontraste sind in dieser Zeit besonders ausgeprägt und das Licht hat eine ungewöhnlich Farbe.

Gleichzeitig fordern diese Lichtbedingungen aber auch das allerletzte vom Sensor deiner Kamera. Der Unterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Punkt auf einem Bild sind um diese Zeit am größten. Der sogenannte Dynamic Range deiner Kamera wird also bis an das Limit gefordert.

Wenn du Näheres darüber wissen möchtest, welche Tageszeiten zu Fotografieren besonders geeignet sind, solltest du dir mal diesen Artikel ansehen.

b) Histogram

Eines der größten Probleme bei der Landschaftsfotografie ist die Beurteilung der Fotos mit dem Kamera-Display. Vor allem wenn du noch nicht sehr routiniert mit deiner Kamera bist, kann es sein, dass du die Belichtung des Fotos falsch einschätzt. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass die Display-Helligkeit irreführend für die Bewertung der Fotobelichtung ist.

Das Histogram ist die beste Möglichkeit diese Fehlerquelle auszuschalten. Neben vielen anderen Informationen, gibt dir das Histogram auskonft darüber, ob du überbelichtete oder unterbelichtete Bereiche auf deinem Foto hast.
Du als Anfänger solltest dir einfach nur merken, dass das Histogram eines gut belichteten Fotos über die ganze Breite gefüllt ist. Es sollte aber noch eine kleine Lücke zum rechten Rand bleiben.

So kannst du sehr verlässlich sicherstellen, dass deine Landschaftsaufnahmen korrekt belichtet sind.

c) Dynamic Range

Wie schon angesprochen beschreibt der Dynamic Range einer Kamera die Größe der Spannweite zwischen hellstem und dunkelstem Punkt, die der Sensor der Kamera noch auf einem Foto darstellen kann.

Besonders in sehr kontrastreichen Szenen kommen viele Kameras hier an ihre Grenzen. Wie groß der Dynamic Range einer Kamera ist, hängt von Modell und Hersteller ab. Nikon Kameras haben oft einen sehr hohen Dynamic Range, während Canon an diesem Punkt nicht so gut abschneidet.

Aber auch wenn die Kamera nicht den höchsten Dynamic Range erreicht, kannst du Fotos mit einem hohen Dynamic Range, ein sogenanntes HDR, schießen. Dafür kannst du entweder die sogenannte Bracketing Funktion deiner Kamera benutzen oder selber eine Belichtungsreihe schießen.

Für eine Belichtungsreihe schießt von einem Stativ aus mehrere Fotos desselben Motivs. Wenn du zum Beispiel zwei Fotos schießt, belichtest du auf einem so, dass die Schatten gut belichtet sind. Das andere Foto belichtest du so, dass die hellen Stellen des Motivs korrekt belichtet sind. In der Nachbearbeitung fügst du die beiden Fotos dann zusammen. Lightroom bietet dafür eine einfach bedienbare Funktion.

#4 – Bildkomposition

Wenn du alle bisherigen Aspekte des Fotografie-Handwerks verinnerlicht hast, kannst du jetzt zum anspruchsvollen Teil übergehen. Die Bildkomposition ist die Ursache dafür wie und ob ein Foto wirkt.

Das generelle Ziel der Bildkomposition ist, das Auge des Betrachters gezielt durch das Bild zu führen. Das ist auch einer der Gründe, wieso Bilder mit zu vielen Details oft nicht so stark wirken, wie Fotos die sich auf einige Hauptmotive beschränken.

Um dir einen Leitfaden zu geben, haben wir dir ein paar „Regeln“ und Grundbegriffe der Bildkomposition aufgelistet.

a) Grundbegriffe

  • Vorder-, Mittel- und Hintergrund: Du kannst die allermeisten Bilder in einen in einen Vordergrund, der nach an der Kamera und einen Hintergrund am weit entfernten Punkt des Bildes unterscheiden. Dazwischen befindet sich der Mittelgrund. Achte darauf, dass deine Fotos alle drei besitzt. Besonders die Gestaltung des Vordergrundes wird häufig vernachlässigt.
  • Führende Linien: Als solche werden Linien im Bild bezeichnet, die das Auge des Betrachters durch das Bild führen. Oft gibt es eine ganze Reihe dieser Linien in einem Bild. Ein gutes Bild besitzt führende Linien, die das Auge nicht verwirren, sondern den Blick auf das Hauptmotiv leiten.
  • Symmetrie: symmetrische Bilder werden oft als ästhetisch wahgenommen. Achte also auf Symmetrieebenen im Bild

b) Grund“regeln“

  • Drittelregel: Dabei handelt es sich um die bekannteste Regel beim Thema Bildkomposition. Wenn du das Bild mit einem Raste aus neun gleich großen Feldern belegst, sollte der Fokus ummer auch einer der vier Ecken des mittleren Quatrats liegen. Bilder deren Fokus so gewählt ist, werden gemeinhin als ästhetisch wahrgenommen.
  • „Einrahmen“: Wenn du keinen Vordergrund am Boden hast, kannst du dein Motiv auch mit anderen Objekten einrahmen. Besonders gut eignen sich Zweige von Bäumen oder ähnliches.
  • Weniger ist mehr: wie schon angedeutet wirken zu volle Bilder oft eher verwirrend als schön. Sorge nach Möglichkeit dafür, dass dein Bild möglichst einfach aufgebaut ist.

#5 – Nachbearbeitung in der Landschaftsfotografie

Die Fotonachbearbeitung ist ein unglaublich weites Feld. Wahrscheinlich mindestens so groß, wie die Fotografie selbst. Wir haben dir einen kurzen Leitfaden erstellt, der dir einen Einstieg in das Thema bietet.

Wir sind bei der Erstellung des Leitfadens davon ausgegangen, dass du mit Lightroom arbeitest.

  1. Objektivkorreturen aktivieren
  2. Lichter senken
  3. Schatten erhöhen
  4. Histogram ansehen und bei Bedarf Belichtung anpassen
  5. Klarheit etwas erhöhen
  6. Dynamik leicht erhöhen
  7. Kontrastkurve auf mittleren Kontrast setzen
  8. nachschärfen (maximal auf 25)
  9. In gewünschter Qualität als JPEG exportieren.

Alle weiteren Schritte sind sehr abhängig von dem betreffenden Bild.


Wenn du möchtest, dass wir kostenlose Lightroom-Presets als Download bereitstellen, schreibe uns einen Kommentar zu diesem Artikel!

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